4 Strategien, um als Innovations­gewinner aus der Corona-Krise hervorzugehen

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Wir alle sind davon betroffen – beruflich und privat: COVID-19. Die ganze Welt befindet sich in einem Wettlauf um einen Impfstoff. Jeden Tag gibt es hierzu neue Wasserstandsmeldungen, kleine Nachrichten, die Hoffnung machen, aber auch aufklären und uns einschwören sollen auf das, was da noch kommt. Oder kommen kann. Viele Menschen haben Angst. Andere versuchen die Risiken einer solchen Pandemie kleinzureden. Fakt ist: Corona verändert – unsere Märkte, die Gesellschaft, ja sogar uns selbst … unsere Einstellungen und Gewohnheiten.

Eine überwältigende Mehrzahl von Managern gibt an, sich jetzt erstmal auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und angedachte Innovationskampagnen zurückstellen zu wollen. Gleichzeitig sagen 90 % von Ihnen, dass Corona ihre Kernmärkte und die Bedürfnisse ihrer Zielkunden verändern wird. Man will also (nur um das einmal kurz zusammenzufassen) mit dem, was man kann auf eine (in Teilen) komplett neue Situation reagieren – wohl wissend, dass sich die Erfolgsformeln von gestern verändert haben und um völlig neue Komponenten erweitert wurden.

Das ist … ja, sagen wir mal … mutig.

Aber warum ist das so? Was bewegt so viele Manager an dem festzuhalten, was sie kennen, anstatt sich dem Neuen zu stellen und ihm konstruktiv zu begegnen?

Die Antwort hierauf dürfte in den Ergebnissen einer von McKinsey & Company durchgeführten Untersuchung zu finden sein (Titel: Innovation in a crisis: Why it is more critical than ever). Nach dieser fühlen sich nämlich nur 21 % der befragten Führungskräfte ausreichend qualifiziert, um auf die mit Corona (und weiter gefasst: natürlich auch auf die mit der Digitalisierung) einhergehenden Anforderungen adäquat reagieren und ihr Geschäftsmodell zielgenau anpassen zu können. Da sie der Auffassung sind, nicht einfach nichts unternehmen zu dürfen, konzentrieren sie sich, auf das, was sie kennen. Das lässt sich in allen Branchen beobachten. Einzig in der pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie sind die Innovationsausgaben in den letzten Monaten gestiegen.

Ich verstehe, dass es schwer ist, in Krisenzeiten einen kühlen Kopf zu bewahren. Und ja, man muss bestimmte Sofortmaßnahmen einleiten, um drohende Schäden vom eigenen Betrieb  abzuwehren. Auch ist es schwer, Innovationsausgaben zu rechtfertigen, wenn man parallel dazu Kurzarbeit anordnet. Und dennoch darf das Thema Innovation auch … oder vielmehr gerade … in solchen Phasen nicht zurückgestellt werden. Im Gegenteil. Jede Krise produziert immer beides: Gewinner und Verlierer. Der eine nutzt die Zeit, um den neuen Gegebenheiten Rechnung zu tragen und seine Produkte, seine Prozesse und die Kultur seines Unternehmens an die sich wandelnde Werte- und Bedürfnis-Landschaft anzupassen. Und der andere … nun, der macht das nicht und hofft darauf, dass alles wieder so wird, wie es einmal war. Wer aber meint, dass seine Kunden nach so einer Phase nicht auch mit neuen Produkten überrascht werden wollen – Produkten, die dem neuen Lebensgefühl und den veränderten Gewohnheiten Rechnung tragen – läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Wenn es darum geht, schnell auf Veränderungen zu reagieren, ist Agilität Trumpf. Auch deshalb zeigt sich in jeder Krise, dass junge, zukunftshungrige Unternehmen an ihrer oft viel größeren, aber auch unflexibleren Konkurrenz vorbeiziehen und die bestehenden Marktanteilsunterschiede auszugleichen wissen. Wer also aufhört, in seine Innovationsstärke zu investieren, schafft unweigerlich Platz für seine zukunftsorientierte Konkurrenz. Allerdings ist Größe keine Entschuldigung für eine fehlende Anpassungsbereitschaft. IBM, Microsoft und andere Giga-Konzerne haben in den letzten Jahren bewiesen, dass sie nicht nur auf Veränderungen zu reagieren wissen, sondern diese auch mitgestalten und voranbringen können. Durch den gezielten Einsatz unterstützender Software haben sie es geschafft, Projekte schneller denn je aufzusetzen und durchzuführen.

Interne Vergleichsstudien haben gezeigt, dass man mit Evulu im Durchschnitt 23 Tage in der Abwicklung innovationsorientierter Projekte und Wettbewerbe einsparen kann. Das liegt – so geht aus zahlreichen Kundenbefragungen hervor – vor allem an dem hohen Automatisierungsgrad und der nahtlosen Verzahnung der unterschiedlichen Prozessphasen.

Eine Studie der Innovationsberatung trendINNOVATION zeigt 4 strategische Stoßrichtungen, wie man der Corona-Krise begegnen und gestärkt aus ihr hervorgehen kann:

Adaptieren Sie Art und Zugang Ihres Angebots.

Gehen Sie alle wichtigen Interaktionspunkte zwischen Ihnen und Ihren Kunden durch und überlegen Sie, was gemacht werden muss, um Ihren Usern auch in Zeiten von Social Distancing eine optimale Experience bieten zu können. So finden z.B. regelmäßig virtuelle Konzerte statt, in denen die Künstler alte und neue Lieder präsentieren, dadurch Nähe zum Fan schaffen und auch in den Medien präsent bleiben. Wie ließe sich dieser Gedanke auf Ihr Geschäftsmodell übertragen?

Schaffen Sie neue Formen des Vertriebs und der Kundenpflege

Aller Digitalisierungsmöglichkeiten zum Trotz beruhten die Vertriebsaktivitäten zu vieler Unternehmen bis zum Ausbruch der Pandemie auf dem persönlichen Austausch mit (potenziellen) Kunden. Hier ließ sich ganz schöner Wildwuchs beobachten. Zum Teil ist man für eine einfache Unterschrift nach Australien geflogen, nur um im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung mit dem Kunden essen gehen und so in die Ausweitung der persönlichen Beziehungen investieren zu können. So etwas ist zwar wichtig, muss in Zeiten von Corona aber auch neu interpretiert werden. Im Zuge dessen haben digitale Kommunikationsplattformen wie Teams, Blizz oder Zoom an Bedeutung gewonnen.

Suchen Sie nach neuen Geschäftschancen, beachten Sie aber auch neu aufkommende Konkurrenten in Ihrem Stammmarkt

In den letzten Monaten haben wir immer wieder beobachten können, dass Unternehmen ihren klassischen Wettbewerb verlassen und ihre Dienste in neuen Märkten angeboten haben. So zu beobachten, als einige der in England ansässigen Formel1-Rennställe angefangen haben, Atemgeräte zu produzieren. Das birgt Chancen und Risiken. Halten Sie Ausschau nach neu aufkommenden Konkurrenten, machen Sie sich aber auch gezielt auf die Suche nach Eintrittsmöglichkeiten in bislang fremde Märkte, um Ihre Leistungen (vielleicht in angepasster Form) dort anbieten und so Ihr Geschäftsfeld erweitern zu können.

Investieren Sie in den Erfolg von morgen

Aus der weiter oben erwähnte Studie von McKinsey geht hervor, dass Unternehmen, die in zurückliegenden Krisen in die Weiterentwicklung ihres Leistungsangebots investiert hatten und sich nicht von ihren Innovationszielen ablenken ließen, gestärkt aus dieser Phase hervorgingen und ihre doch eher zögerliche Konkurrenz weit hinter sich lassen konnten.



Nun ist natürlich nicht jeder Vorschlag zur Anpassung des momentanen Angebots, zur Erweiterung der bestehenden Vertriebskanäle, zur Eroberung neuer Märkte und zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsstärke gut. Manchen sind sogar … also … es gibt schon wirklich schlechte Ideen (auch wenn es in der Innovationstheorie oft heißt, dass jede Idee einen positiven Kern hat). Um die im Prozessverlauf entwickelten Ideen zu beurteilen, müssen projektrelevante Kriterien angelegt werden. Hierzu stellen wir Ihnen bei Evulu im Rahmen der Challenge-Definition über 25 unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe zur Verfügung. Trotzdem haben Sie natürlich auch die Möglichkeit ihre eigenen Kriterien anzulegen.

Wenn es um die Beurteilung von Produktinnovationen geht, kann man sich grob an folgender Formel orientieren:



Bei anderen Innovationsarten (also z.B. Prozess-, Preis-, Image- oder Geschäftsfeld-Innovationen) stehen natürlich andere Kriterien im Mittelpunkt.

Wenn Sie die vielversprechendsten Ihrer Ideen identifiziert haben, können Sie sich danach auf deren Umsetzung und Skalierung konzentrieren. Dabei fällt die Flop-Wahrscheinlichkeit deutlich geringer aus, als wenn man sich in der Beurteilung von Ideen allein auf sein Bauchgefühl verlässt (was leider immer noch in zu vielen Unternehmen der Fall ist).

John F. Kennedy hat in einer seiner vielen Reden festgestellt, dass das chinesische Wort für Krise aus zwei Komponenten besteht: eines würde die mit einer solchen Phase einhergehenden Gefahren repräsentieren – und das andere die sich ableitenden Chancen. Wie man eine Krise interpretiert, ob man sich eher auf das eine oder das andere konzentriert, entscheidet maßgeblich darüber, wo am Markt man sich nach der Krise einordnen muss.

Bis bald

Krist°f / Co-Founder Evulu

PS:

Für diejenigen von Ihnen, die Evulu nutzen wollen, um Corona-typische Problemstellungen zu adressieren und entsprechende Ideenwettbewerbe zu starten, haben wir bereits 4 Challenges vorbereitet und bei uns auf der Plattform für Sie hinterlegt.


Foto von Vale Zmeykov auf Unsplash

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